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| | Der Kaufmann von Venedig€ 3.30 .
Aus Freundschaft zu dem frisch verliebten, aber hoch verschuldeten Aristokraten Bassanio lsst sich Kaufmann Antonio auf einen ungewhnlichen Handel mit dem jdischen Geldverleiher Shylock ein. Fr einen Kredit von 3.000 Dukaten brgt Antonio, der sich baldiger Einnahmen durch ausgelaufene Handelsschiffe sicher ist, mit einem Pfund seines eigenen Fleisches.
Die Schnheit und ihr Verehrer lieben sich, doch der Besiegelung des Glcks steht eine Klausel von Portias verstorbenem Vater im Wege. Nur den darf Portia heiraten, der aus drei verschlossenen Schatullen die richtige whlt, die ihr Bild enthlt.
Mit diesem Geld kann Bassanio jetzt angemessen um die Hand von Portia, der reichen Erbin von Belmont, werben.
Venedig, Ende des 16. Jahrhunderts.
Wie andere Bewerber aus ganz Europa, ja sogar Afrika, tritt Bassanio an, das Rtsel zu lsen. Whrend er dem Glck ganz nahe kommt, verliert Antonio auf See sein Vermgen und kann seine Schulden nicht begleichen ..
- 27 Bewertungen: 4.0

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Der Kaufmann von Venedig
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| | | | Schöne Umsetzung der Shakespeare Tragikomödie mit Starbesetzung Der Kaufmann von Venedig zählt mehr zu den seichten Schauspielen Shakespeares. Eine populäre Umsetzung, wie sie beispielsweise mit Macbeth von Roman Polanski oder Hamlet mit Mel Gibson gelang, ist schon deutlich schwieriger. Und dennoch sind auch hier Stars wie Al Pacino, Jeremy Irons, Joseph Fiennes oder Lynn Collins an einer Rolle in so einem anspruchsvollen Klassiker interessiert gewesen.
Das Stück handelt um den venezianischen Kaufmann Antonio, der aus Freundschaft dem verschuldeten Aristokraten Bassanio für die Werbung um eine attraktive und wohlhabende Frau, für einen Kredit von 3000 Dukaten beim jüdischen Geldverleiher Shylock bürgt. Shylock wird wie viele Juden von den Christen Venedigs verachtet und von Antonio mehrfach öffentlich gedemütigt. Allerdings will Shylock dieses Mal auf seine Zinsen verzichten. Als Sicherheit verlangt er, scheinbar zum Spaß, dass Antonio, wenn es ihm nicht gelingen würde, das geliehene Geld rechtzeitig zurück zu zahlen, mit einem Pfund Fleisch aus seinem Körper hafte, das er, Shylock, aus einer Stelle seines Körpers nach Belieben schneiden dürfe. Antonio lässt sich auf den Handel ein, da er sich baldiger Einnahmen heimkehrender Handelsschiffe sicher ist. Es sollte anders kommen. Während Bassanio das Rätsel der drei Schatullen löst, um damit die schöne Portia von Belmont heiraten zu können, verliert Antonio auf See sein gesamtes Vermögen und kann die Schulden nicht fristgerecht begleichen.
Jetzt sieht Shylock die Gelegenheit gekommen, sich für ein Leben der Demütigungen und Diskriminierungen zu rächen. Erst kurz zuvor hatte nämlich Bassanio seinen Hausdiener abgeworben und seine Tochter war mit Lorenzo, einem Freund Antonios, aus seinem Haus mit großem Barvermögen geflüchtet. Das Recht Venedigs für Fremde sicherte Shylock seinen Anspruch. Trotzdem versuchte auch der Doge von Venedig noch Shylock von seinem Vorhaben abzubringen. Portia probierte es, noch zu vermitteln und bot dem jüdischen Geldverleiher sogar die doppelte Summe. Shylock interessierten die Dukaten allerdings weniger als das Pfund Fleisch. Mehr soll nicht verraten werden.
Dieses Schauspiel sorgte in der Vergangenheit für viele Diskussionen um Shakespeare. Man sagt, dass dieses Stück nicht gespielt werden dürfe, da es antisemitisch sei und Shakespeare selbst auch ein Antisemit gewesen sei. Diese Meinung spiegelt sich auch teilweise in den Rezensionen wieder.
Deshalb versucht der Film auch gleich zu Beginn den Zuschauer über die Situation der Juden, die auch Shakespeare nicht unbekannt war zu informieren. Im Vorwort heisst es:
Antisemitismus war im 16. Jahrhundert normal, selbst in Venedig, dem mächtigsten, liberalsten Stadtstaat Europas,. Per Gesetz mussten die Juden im alten Metallgießerviertel oder "Ghetto" der Stadt leben. Bei Sonnenuntergang wurde das Tor verschlossen und von Christen bewacht. Bei Tag musste jeder, der das Ghetto verließ, einen roten Hut tragen, der ihn als Juden auswies. Den Juden war Besitz verboten, so praktizierten sie Wucher, den Geldverleih gegen Zinsen. Das verstieß gegen christliches Gesetz. Die weltklugen Venezianer drückten ein Auge zu, aber religiöse Fanatiker und Judenhasser sahen das anders... Der Film beginnt nach diesen einleitenden Worten mit einer Montage von Szenen, die den zeitgenössischen Antisemitismus zeigen: Hetzreden fanatischer Wanderprediger, das Verbrennen von Talmuddrucken, sowie das Bespucken und Schlagen von Juden.
In der Szene, in der die Kaufleute Venedigs nach Bekanntwerden des großen finanziellen Verlusts von Antonio auf See auf Shylock einredeten, spricht Shylock sein weltbekanntes Zitat aus einem Monolog bezüglich der Gleichheit aller Menschen: "Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen?" Und nicht nur an dieser Stelle mildert Shakespeare den antisemitischen Tenor des Stückes. Allerdings steht die Großmütigkeit der christlichen Protagonisten des Stücks im Kontrast zur Rachsucht und Engherzigkeit des Juden, was natürlich im 17. Jahrhundert auch genau so aufgefasst wurde - als antijüdische Propaganda.
Übrigens greift Shakespeare mit Shylock, dem reichen jüdischen Wucherer, auf die Figur des Vice (= Personifikation der Sünde bzw. des Satans, der im Verlauf eines Theaterstücks zu Fall gebracht wird) zurück. Man begegnet dem Vice in verschiedenen anderen Figuren Shakespeares, etwa in Richard III., Lady Macbeth oder in Hamlets Onkel, dem König Claudius. Eine Verteufelung des Jüdischen ist darum hier so wenig vorhanden, wie in den anderen Beispielen eine Herabsetzung des Königtums.
Die Intention des Stücks wird wohl den anderer mittelalterlichen Mysterienspielen gleichen, in denen der Grundsatz "Gnade vor Recht" demonstriert werden soll. Insgesamt ist es dem Regisseur Michael Radford gelungen, die tragische Komödie als meisterhaften Kostümball und an Originalschauplätzen in Venedig und mit prachtvollen Bildern umzusetzen. -Christoph Erlemeier -
| | eine gelungene Shakespeare Adaptation hier stimmt alles, Kostüme, Setting und die Umsetzung des Shakespeare Stückes bis ins kleinste Detail. Von den Haupt-bis in die Nebenrollen gut besetzt. Wer bei dieser Shakespeare Adaptation nicht gleich die Werke des great English playwright nachlesen will, wird nie eine Sensibilität für Kunst und Literatur entdecken.
Sehen, staunen und sich freuen, mitleiden und philosophieren
| Sehr empfehlenswert Diese Filminszenierung ist sehr gut gelungen und macht Lust auf mehr, egal ob Film, Theater oder Buch. So kommt der mehrschichtige Aufbau von Shakespeares Stücken (eine Freude bei den zahlreichen heutigen Filmen mit ihren eindimensionalen Handlungssträngen) gut zu Geltung, aber genauso auch seine Feingeistigkeit und Erhabenheit, die sich durch die Sprache und die Dramaturgie offenbaren und von den Schauspielern und dem Regisseur gut umgesetzt wurden.
Die naive Frage nach dem Antisemitismus stellt sich in diesem Stück von Shakespeare generell nicht. Shakespeare beschreibt Shylock auf der einen Seite als gedemütigten Juden, aber auch als denkenden und fühlenden Mensch, der dadurch auch Sympathien zu gewinnen weiss.
Die Rolle des Shylocks hat aber die Aufgabe, das Schlechte und Böse zu personifizieren, hier neben der Gier (die katholische Kirche hat das Zinsverbot 1822 ohne Begründung fallen lassen) und der Rache vor allem die Kleinkariertheit. Dies zeigt sich in seinem unbedingten Fordern nach Einhaltung der Gesetze. Er verliert also nicht weil er Jude ist, sondern weil er zu kleinkariert ist. Auch seinen eigenen Glauben verliert er dadurch. Also ein zeitloses und modernes Stück (wie alle von Shakespeare).
Für diese Art der Rolle gibt es einen Fachbegriff: Vice. In vielen Shakespeare Stücken kommt eine Rolle vor die das Böse personifiziert (egal ob Christen, Juden, Könige oder Untergebene). Vergleichbar mit heutigen Charakterrollen.
Dadurch setzt Shakespeare sogar deutliche Zeichen gegen eine Diskriminierung des Judentums, weil es gleichberechtigt in seinen Werken verwendet wird. Denn gute und schlechte Menschen gibt es in jeder Religion.
| | Ein antisemitischer Film, bitte boykottieren! So ein Stoff sollte in der heutigen Zeit nicht mehr aufgeführt werden. Dieses Stück ist einer antisemitischen Geisteshaltung entsprungen, die im Bewusstsein des Holocausts jeden befremden sollte. Als Shakespeare dieses Stück schrieb, lebten seit 3 Jahrhunderten keine Juden mehr in England, da sie von dort verbannt worden waren. Die als komischer Schurke konzipierte Figur des jüdischen Geldverleihers Shylok ist also ein Kondensat allgemeiner Vorurteile und antisemitischer Klischees der damaligen Zeit. Anerkannte Kulturgüter wie dieser Shakespeare-Stoff waren im Vorfeld des Holocausts des 20. Jahrhunderts daran beteiligt das kollektive Unterbewusstsein mit antijüdischen Vorurteilen zu vergiften und dazu beizutragen, den Weg für einen Massenmord zu bereiten. Berühmtheit macht auch einen Shakespeare nicht sakrosankt, wenn es um ethische Fragen geht. Es ist unverantwortlich, derartige Inhalte heutzutage unkritisch und Kostüm-verschleiert wie in diesem Film zu verbreiten.
| shakespeare, you are so beautiful Venedig 1596,
Einen Schuldschein auf ein Pfund seines eigenen Fleisches -
ohne Bedenken unterschreibt Antonio (Jeremy Irons) diesen Vertrag, den er mit dem Juden Shylock (Al Pacino - einfach großartig) abschließt. Aus den Geschichtsbüchern bekannt durften Juden seinerzeit keiner "normalen Tätigkeit" nachgehen, wurden aber als Geldverleiher von den Machthabern geduldet. Im damaligen Venedig durften die Juden sich auch nur in einer bestimmten Region - dem sogenannten Ghetto (das heutige Cannaregio)- aufhalten.
Antonio verschafft seinem verschuldeten Freund Bassanio (Joseph Fiennes) ein Darlehen, um sich als Mann von Welt ausstaffieren und um die Hand der schönen Portia, Herrin von Belmont, werben zu können. Belmont ist eine teure Gegend auf dem Land und Bassanio ist hoch verschuldet.
So einfach ist die Brautwerbung aber nicht. Ein Rätsel verbirgt sich in drei Kästchen aus Gold, Silber und aus Blei. Nur wer das Richtige wählt, bekommt Portia als Frau und deren Mitgift.
Während auf dem Land die Bewerber um des Rätsels Lösung suchen, steht in Venedig Shylock vor Antonio, der großes Pech mit seinen Handelsschiffen erleiden muss. Shylock ist voller Vorfreude und "wetzt schon das Messer", um Antonio eines Pfund seines Fleisches zu erleichtern, Vertrag ist eben Vertrag.
Aber auch Shylock muss Niederlagen einstecken, so verlässt ihn seine über alles geliebte Tochter Jessica heimlich, um sich ihrem christlichen Verehrer zuzuwenden und erleichtert dabei noch ihren Vater um eine Menge Geld.
Shylock ist daraufhin so verbittert und besessen, sein Pfand eigenhändig einzufordern, denn Antonio verachtete Shylock öffentlich und hat ihn bespuckt und getreten. Warum sollte er also Mitleid mit dem Verpfänder haben?
Bevor jedoch Shylock zum Zuge kommt, erscheint ein weiser "Mann" auf der Bildfläche, der sich genau mit dem "Streitfall" befasst hat.
Der weise Mann klärt den Fall auf intelligenteste Art und Weise. Wie wird es wohl ausgehen? Aber das soll sich jeder selbst anschauen.
Dieses wundervolle Drama besticht nicht nur durch die hervorragend besetzten Schauspieler und Kostüme, sondern auch durch die berauschende Kulisse Venedigs und des Soundtracks.
Ein Muss für alle Kostüm-, Shakespeare- und Venedigliebhaber.
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